Olympia
als historische Stätte und pädagogische Idee
NOK-Lehrerfortbildungsseminar im antiken Olympia findet Anklang
Vom 13. bis 21.09.2003 kamen
80 Lehrerinnen und Lehrer fast aller
Bundesländer und Schularten sowie 13 Kolleginnen der benachbarten
deutschsprachigen Länder und Vertreter der Deutschen Schule Athen
und Pretoria (Südafrika)
zum
Fortbildungsseminar des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) ins
antike Olympia, darunter auch Silke Schütze, Christine Bondör,
Elke Bumann, Ute Schuller, Constanze Uffmann, Dr. Ulrike Wasser, Jana
Wolff, Renate Zeuner und Eva Nowak aus Mecklenburg-Vorpommern.
Zum fünften Mal nach 1991 war die Internationale Olympische Akademie
(IOA), unweit des antiken Stadions, Motivations- und Fortbildungszentrum
für Schulpädagogen in Sachen Olympische Idee. Experten aus
Schule und Hochschule, darunter der Sportpädagoge Prof. Roland
Naul (Essen) und Sportpsychologe Prof. Klaus Willimczik (Bielefeld),
für die antiken historischen Bezüge Prof. Ingomar Weiler (Graz)
und Dr. Chirstian Wacker (München) zeichneten für eine Form
olympischer Fortbildung und Begegnung verantwortlich, wie sie
weltweit
ohne Vergleich sein dürfte. Neben der Besichtigung archäologischer
Stätten mit Stationen in Athen, Delphi und der Argolis (Istmia,
Epidauros, Mykene und Nemea) stand die Woche in Olympia unter dem Thema
"Olympische Erziehung in der Schule - Erziehung zu Fairplay, Leistung
und gegenseitiger Achtung".
Die Zeitgemäßheit olympischer Erziehung mit ihrem besonderen
Auftrag für eine Werteerziehung in Schule und Sportverein wurde
intensiv diskutiert und um deren Beitrag zu heute so notwendigen Zielen
wie Leistungsbereitschaft, Fairplay, gegenseitige Achtung der Kulturen
gerungen. Es geht darum, die olympische Idee in ihrer pädagogischen
Dimension ins Bewusstsein zu bringen und den Lehrern Sinn, Kompetenz
und Bereitschaft zur schulischen Umsetzung zu geben. Neben Grundsatzvorträgen
standen Workshops mit unterschiedlichsten Modellen zur sportpraktischen
Leistungs- und Fairplay-Erfahrung im Vordergrund. Leistung und Fairness
schliessen sich nicht aus: sich anstrengen, fair bleiben und den anderen
achten sollten gerade in der Schule als Einheit von den Schülerinnen
und Schülern erfahren werden.
Wichtiger Bestandteil des NOK-Seminars waren aber auch die vielfältigen
olympischen Unterrichtsprojekte, die von den Teilnehmern aus eigener
Werkstatt vorgestellt wurden. Neben dem Sportunterricht sind besonders
die Bereiche Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik und Bildende Kunst
gefragt. Doch auch im Deutschunterricht oder in den Sprachen findet
der aufgeschlossene Pädagoge olympische Themenbezüge. Unterstützt
von einer Ausstellung und von Videopräsentationen wurde eine Fülle
nachahmenswerter Beispiele vorgestellt: von der einzelnen Fachstunde
über Projekttage bis zum Fairplay-Parcours. Das Organisationskomitee
für die Olympischen Spiele Athen 2004 stellte den Pädagogen
von griechischer Seite auch Unterrichtsmatterialien in deutscher Sprache
zur Verfügung. An griechischen Schulen wurde ein Unterrichtsfach
zur olympischen Kultur und Pädagogik eingerichtet und hierzu eine
Fülle von Arbeitsmaterialien für alle Altersstufen entwickelt.
Der Gedankenaustausch von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten,
auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erfahrungen in den neuen
und alten Bundesländern, fernab vom Trubel und eingebettet in die
einzigartige Atmosphäre des antiken Olympia und der großzügigen
Anlage der IOA, hat diese 6. NOK-Lehrerfortbildung zu einer großen
Bereicherung gemacht. Dank der sorgfältigen inhaltlichen Vorbereitung
durch verschiedene Mitglieder des Kuratoriums Olympische Akademie und
Olympische Erziehung und der reibungslosen Organisation des zuständigen
NOK-Referatsleiters Achim Bueble, kam mit dem Ende des Seminars bereits
der Wunsch nach weiteren Olympia-Lehrer-Seminaren auf.
Robert Marxen (Kaiserslautern), zog als Veranstaltungsleiter eine überaus
positive Bilanz nach seiner Rückkehr aus Olympia. Er sieht in solchen
Semiaren eine gute Chance, olympische Werte in der Schule zu vermitteln,
dem überdurchschnittlichen Engagement vieler Lehrerinnen und Lehrer
für sportethische Fragen gerecht zu werden und schliesslich Olympia
als historische Stätte und pädagogische Idee erfolgreich zu
nutzen.